Kindermalwettbewerb am Apfelmarkt

Bereits zum 16. Mal in Folge fand im September der Kindermalwettbewerb anlässlich des Apfelmarktes der Naturschutz-Akademie Hessen statt. Durch die naturnahen Themen des Malwettbewerbs können Kinder sich spielerisch mit der Natur und ihrer Umwelt auseinandersetzen. Die Kombination aus naturbezogenen Themen und künstlerischem Arbeiten stärkt dabei die Bindung zur Natur und fördert deren Wertschätzung. Bereits über 3000 Kinder konnten wir somit für Themen rund um die Natur begeistern und dazu ermuntern Fantasie und kreative Umsetzung beim Malen unter Beweis zu stellen. Die Organisation und der Erfolg des Malwettbewerbes, von der Bereitstellung der Räumlichkeiten und Materialien bis hin zum Sponsoring der Siegerpreise, ist der hervorragenden und langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Naturlandstiftung Lahn-Dill, der Naturschutz-Akademie Hessen und der Sparkasse Wetzlar zu verdanken.

Passend zur derzeitigen UN-Dekade biologische Vielfalt fand der Malwettbewerb 2016 unter dem Motto „Was blüht denn da in Garten Feld und Wiese“ statt und animierte Kinder und Jugendliche sich mit der vielfältigen Welt der Pflanzen zu beschäftigen. Die fachkundige Jury hatte die schöne aber auch anspruchsvolle Aufgabe Kunstwerke von ca. 170 Kindern aus vier Altersgruppen zu begutachten und die jeweils fünf besten Bilder im Rahmen einer Siegerehrung zu prämieren.

Verfasst von: Linda Schritz, Naturschutz-Akademie Hessen, Fachbereich Naturschutz und Wissenschaft

1.Platz (9-11 Jahre): Cosmin Andrei Ploscariu
1.Platz (6-8 Jahre): Sophia Walther

 

Artikel aus dem HessenJäger 3/2015

Naturlandstiftung Lahn-Dill-Kreis

Schöffengrund ist die erste Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis, deren Biotope für Tiere und Pflanzen in einer 28-seitigen Farbbroschüre zusammengefasst und vorgestellt werden.

Horst Ryba und Helmut Schmidt gestalteten den Inhalt des Infoheftes und überreichten die Broschüre.

Von den insgesamt 8 Biotopen mit einer Gesamtgröße von fast 4 Hektar betreuen und pflegen die Jagdpächter der Großgemeinde 4 Biotope. Dieser Auftrag wird bei Wechsel des Jagdpächters weitergegeben. Hervorzuheben ist hier das Wirken von Wilhelm Schmidt  jun. und Heinrich Brückmann, Niederwetz, sowie von Hans-Werner und Dr.  Norbert Lotz, Laufdorf.  Die Jäger und Jagdpächter leisten mit ihren Jagdfreunden und Naturschützern teils seit mehreren Jahrzehnten ehrenamtlich aktiven Naturschutz in Schöffengrund und betätigen sich im Bereich der Biotopanlage und Biotoppflege.

Autor: Michael Brück (Mit freundlicher Genehmigung vom Verlag J. Neumann-Neudamm AG, Melsungen)

Bericht von der naturkundlichen Wanderung im Braunfelser ‚Weipersgrund‘ (AGNU et al.) 10.5.2015 (pi)

agnu

Eine Kombination aus Sonntagspaziergang und naturkundlichen Studien in Feld und Wald boten mehrere Naturschutzverbände ihren Gästen im idyllischen Braunfelser Weipersgrund. Horst Ryba (Laufdorf), Vorsitzender der Naturlandstiftung Hessen im Lahn-Dillkreis, Braunfels Bürgermeister Dieter Keller und Albert Langsdorf von der Hessischen Naturschutzakademie begrüßten die 25 Naturliebhaber am Parkplatz hinter dem Viadukt der ehemaligen Solmsbachbahn. Die Braunfelser Joachim Bernecke, Brigitte von Zydowitz und Friedrich W. Georg lieferten als AGNU-„Gastgeber-Team“ Erklärungen zu Renaturierungsmaßnahmen, Waldbewirtschaftung und Besonderheiten von Flora und Fauna. „Wo die Vogelwelt in Ordnung ist, ist auch der Wald in Ordnung“, kommentierte Bernecke den melodischen Ruf einer Dorngrasmücke. Oft zu hören ist hierzulande auch die Mönchsgrasmücke, die als Zugvogel traditionell im Herbst nach Afrika flog und infolge des Klimawandels die kalte Jahreszeit jetzt im südenglischen Cornwall verbringt. Das Nachsehen haben Vogelarten wie der Trauerschnäpper, die als „Zu-spät-Kommende“ im Frühjahr nicht mehr genügend Nistmöglichkeiten vorfinden. Zielkonflikte gibt es zuweilen zwischen Waldbewirtschaftung und Naturschutz. In den Braunfelser Gemarkungen sind 50 von insgesamt 2000 Hektar für die Forstleute tabu, 11 sogenannte „Altholzinseln“ dienen vielen Wirbellosen und seltenen Vogel-Arten als Refugium. Als Störfaktor – ökologisch und ästhetisch – werden riesige Douglasien im engen Talgrund wahrgenommen. „Warum habt ihr die vor 50 Jahren hier gepflanzt?“, fragte Forstmann Georg seinen langjährigen Kollegen Heimfried Opitz. „Sie haben einen starken Holzzuwachs und erschienen damals als geeignete Alternative zur Rotfichte, deren Bestände unter Schädlingsbefall litten“, lautete die Antwort. Georg erinnerte dabei auch an den extrem trockenen Sommer in 1959, wo viele hessische Waldbestände komplett verdorrt sind. Die Douglasie habe als trockenresistente Art durchaus für zukünftige Klimabedingungen Potential. Entlang von Bachläufen sind sie indes ungeeignet. Eine inzwischen 136 Jahre alte Douglasie in der „Wintersburg“ ist mit einer Tafel als „Naturdenkmal“ ausgewiesen. Mutmaßlich ist es das älteste deutsche Exemplar dieser 1870 aus Nordamerika eingeführten Koniferenart. „Dass wir hier sonnenbeschienene Auen und offene Feldflur haben, verdanken wir den Landwirten, die ihre nicht sonderlich rentablen Parzellen weiter bewirtschaften“, lobte der langjährige Vorsitzende des Hessischen Naturschutzzentrums in Wetzlar. Als ehemalige Bergbauregion ist das Lahn-Dill-Schelde-Gebiet auch für Fledermausarten attraktiv. Josef Köttnitz informierte am Eingang eines 25 Meter langen ehemaligen Schiefer-Stollens über geplante Waschbär-Barrieren, die ungebetene Besucher vom Winterquartier der nachtaktiven Säugetiere fernhalten sollen. Berührungsängste zwischen braunen Langohren, Wasser- und Bart-Fledermäusen gibt es in der gemeinsamen Herberge nicht: „Die bilden artübergreifende Cluster und wärmen sich gegenseitig. Allerdings bleiben die Stollen in milden Wintern leer oder werden erst zur Weihnachtszeit bezogen, wenn es denen in Bäumen, Mauer- oder Felsspalten doch zu kalt wird. Die wachen dann auf und ziehen um“, informierte der Fledermaus-Experte. Am Ende des Rundgangs waren die Blicke auf blühende Apfelbäume („Heuchelheimer Schneeapfel“) gerichtet, ein Schwarzspecht ließ sich vernehmen und Joachim Bernecke erinnerte an die „Sisyphusarbeit“ der Springkrautbekämpfung. Einen Eintopf und Getränke hatten Mitarbeiter des Bioland Sonnenhofes für die Wandergruppe vorbereitet. Bio-Bauer Zinke informierte über das Konzept der „Solidarischen Landwirtschaft“. Foto-Tafeln der AGNU kündeten von den Schönheiten der Natur und ihrer Bewohner. (Klaus Petri, Freier Mitarbeiter der WNZ)