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Regierungspräsidiums Gießen www.rp-giessen.de
Naturefund e.V. www.naturefund.de
Hessen-Nachhaltig www.hessen-nachhaltig.de
Naturpark Lahn-Dill-Bergland www.lahn-dill-bergland.de
Tierpark Herborn GmbH www.tierpark-Herborn.de
Förderkreis der Naturschutz-Akademie Hessen www.na-Hessen.de
Amt für Umwelt und Naturschutz Wetzlar umwelt-naturschutz@wetzlar.de
Jagdverein Kreis Wetzlar www.jagdverein-wetzlar.de
Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz www.hgon.de
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie www.hlnug.de
Hessen-Jäger www.neumann-neudamm.de

www.hessenjaeger-online.de

Internationaler Bund www.internationaler-Bund.de

„Um den Naturschutz verdient gemacht“

Auszeichnung  Naturlandstiftung würdigt Braunfelser Bürgermeister Wolfgang Keller
Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (v.l.) und Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner verfolgen die Ehrung von Bürgermeister Wolfgang Keller durch den Vorsitzenden Horst Ryba (Foto: Rühl)
Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (v.l.) und Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner verfolgen die Ehrung von Bürgermeister Wolfgang Keller durch den Vorsitzenden Horst Ryba (Foto: Rühl)
Wetzlar/Braunfels Der Braunfelser Bürgermeister Wolfgang Keller ist mit dem Goldenen Rebhuhn der Naturlandstiftung ausgezeichnet worden.
Im Rahmen des Apfelmarktes in Wetzlar überreichte vor Kurzem der Vorsitzende der Naturlandstiftung Lahn-Dill, Horst Ryba, dem Baunfelser Stadtoberhaupt eine Urkunde. Vize-Landrat Heinz Schreiber (Grüne) steckte dem Geehrten das Goldene Rebhuhn an.

Ryba begründete die Auszeichnung damit, dass Keller und das Braunfelser Parlament über Jahre nachhaltig den Naturschutz gefördert und unterstützt hätten. So habe Braunfels inzwischen über 100 000 Quadratmeter als Biotopflächen zur Verfügung gestellt. Ryba lobte dabei die Zusammenarbeit zwischen Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU).

Mehrere Biotope zugunsten der Natur

Dadurch konnten beispielhaft mehrere größere ökologisch wertvolle Biotope angelegt und durch die Pflegegruppe betreut werden. Keller habe sich um den Naturschutz in Braunfels verdient gemacht.

Der Bürgermeister selbst dankte für die Auszeichnung, die er nur stellvertretend entgegen nehme, denn die städtischen Gremien hätten ihren Anteil daran. Die Stadt hat 1991 gemeinsam mit der AGNU das Biotop Weipersgrund angelegt. Auf 35 000 Quadratmetern Fläche wird ein Feuchtwiesenbiotop unterhalten, an dem sich auch Landwirte beteiligen.

Ein Auenwiesenbiotop wird zudem seit dem Jahr 1992 in Neukirchen auf 16 000 Quadratmetern geschützt. Auch in Philippstein gibt es seit 1990 ein 14 000 Quadratmeter großes Feuchwiesenbiotop. (lr)

Biotop Weipersgrund

Betrachtet man unsere Wiesentäler und Talauen, so stellt man zumeist fest, dass durch die Nivellierung, Angleichung  der Landschaft und den Ausbau der Gewässer z.B. Flutmulden, Auentümpel, Altarme, Überschwemmungszonen und Feuchtwiesen weitgehend verschwunden sind. Verschwunden sind damit auch die vom Vorhandensein eben solcher Strukturen abhängigen Lebensgemeinschaften. Bei den für den Weipersgrund und das Steinerbachtal verwirklichten ökologischen Verbesserungen handelt es sich demgemäß ganz überwiegend um (Wieder-) Vernässungsmaßnahmen, die eben diese Defizite an staunassen Bereichen sowie an feuchten Senken, temporären und permanenten Stillgewässern, infolge wasserbaulicher Eingriffe in der Vergangenheit, innerhalb des Gewässersystems zumindest teilweise ausgleichen sollen.

In einer beispielhaften Zusammenarbeit ab Dezember 2005  zwischen der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt, der E.ON Ruhrgas, der Stadt Braunfels, der Naturlandstiftung Lahn-Dill-Kreis e.V.  und der HGON wurden – über die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen hinaus – zusätzliche Kleinlebensräume, wie Tümpel und feuchte Senken, angelegt. Dies alles im Gefolge des Baues einer Ferngasleitung durch das Gewässersystem des Weipersgrundes zwischen Braunfels Neukirchen und Altenkirchen. Die Tier- und Pflanzenwelt sollte nach diesem erheblichen Eingriff in ein ökologisch höchst sensibles Bachsystem mit unterschiedlichen, wertvollen Biotoptypen stabilisiert und dynamisiert werden. Darüber hinaus konnte ein Lehrpfad realisiert werden. Die neun thematischen Tafeln beschäftigen sich mit wertvollen Biotoptypen, Geologie und Heimatkunde im Weipersgrund und Steinerbachtal.

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Die Wegstrecke bis zur letzten Tafel beträgt ca. 2,6 km. Der Arbeits- und Pflegebereich der AGNU erstreckt sich mittlerweile bis in alle Quellbereiche von Weipersgrund- und Steinerbach auf eine Gewässerstrecke von ca. 6,7 km. Die 2007/2008 im Weipersgrund und Steinerbachtal durchgeführten initialen Maßnahmen gleichen die wasserbaulichen Eingriffe der Vergangenheit teilweise aus und haben staunasse Bereiche, feuchte Senken, temporäre und permanente Stillgewässer neu entstehen lassen.

Die Arbeiten und die Pflege der AGNU Aktiven geschieht seither  nach einem umfassenden Pflegeplan – der mittlerweile auch die Beweidung durch Rinder aus dem kooperierenden Biolandwirtschaftsbetrieb Zinke in Neukirchen und Schafe des Betriebes Gerlach in Philippstein integriert. (Anbei Fotos von Pflegearbeiten – auch am improvisierten Dammsystem zur Entwicklung der Wiedervernässung von Geländeteilen.

Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) gehört unbedingt zu den Charakterarten eines Mittelgebirgsbaches in Mitteleuropa. Neben sauberem, sauerstoffreichem Wasser benötigt die Art eine zumindest naturnahe Uferstruktur mit teils schattigen, gehölzgesäumten, teils aber auch sonnigen, krautbestandenen Abschnitten. Der Baumbewuchs am Gewässerrand darf keine geschlossene Baumkrone ausweisen, da den Tieren sonst die notwendige Sonnenbestrahlung fehlt. Das Vorkommen der Prachtlibellen hat sich in den letzten Jahren im Weipersgrund ganz erstaunlich gut entwickelt.

Dactylorhiza majalis – das breitblättrige Knabenkraut – ist eine heimische Orchideenart – die auf einer Feuchtwiese direkt am Steinerbach vorkommt. Die AGNU pflegt diesen Bereich durch versetzte Handmahden des Geländes kontinuierlich.

Das im Gefolge der Bauarbeiten in den Folgejahren massenhafte Auftreten des Indischen Springkrautes in den Bachtälern wurde von der AGNU und ihren MitarbeiterInnen jedes Jahr konsequent und mit grossen Arbeitsaufwand bekämpft – die Bachtäler sind als absolute Ausnahmen in der Region seither praktisch frei vom Befall durch den Neophyten – der die heimische Pflanzen- und damit auch Tierwelt bedroht – speziell etwa die diversen Libellenpopulationen.

Abschluß der Springkrautbekämpfung 2014 – hier waren unsere ehrenamtliche MitarbeiterInnen durch Asylbewerber und MitarbeiterInnen des Internationalen Bundes unterstützt worden, viele Hundert Arbeitsstunden waren notwendig.

Als wunderbare Ergänzung der Talbereiche konnten im Jahr 2017 auf Betreiben der AGNU und mit Unterstützung der Braunfelser Stadtverordneten,  ein oberhalb  dem Weipersgrund gelegenes ca. 20 Hektar umfassendes altes und ökologisch höchst wertvolles Waldareal –  der Heiligenwald – Hainsimsen-Buchenwald mit 180 jähr. Traubeneichen und Lärchen mit außergewöhnlich zahlreichen Höhlenbäumen (Vögel, Säugetiere, Käfer, Fledermäuse, Pilze, Flechten) aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Es gelang die Bewahrung als  hervorragendes Zeugnis für die nachhaltige Waldentwicklung mit Beispielcharakter für die kommenden Generationen.

Die AGNU Braunfels organisiert jedes Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm – und führt jeweils hunderte von NaturfreundInnen durch ihre Pflegebreiche – mit ganz unterschiedlicher Thematik – Schmetterlingen, Insekten, Vögel, Fledermäuse, alter Wald etc. stehen auf dem Exkursionsprogramm.

 

Joachim Bernecke / AGNU Braunfels

Pflanzaktion „Hartapfel“ und Siebenschläfer in Hohenahr-Erda

Auf Initiative der Naturlandstiftung Lahn-Dill und des Pomologenvereins Landesgruppe Hessen wurden in der Erdaer Gemarkung Obstbäume der alten heimischen Apfelsorten Hartapfel und Siebenschläfer gepflanzt.

Stiftungsvorsitzender Horst Ryba begrüßte die Ehrengäste und führte aus, das vor dem 2. Weltkrieg in Hessen etwa 13 Millionen Apfelbäume zu finden gewesen seien. In den 80er Jahren hätten sich diese auf etwa nur eine Million reduziert. Einige Ursachen des Rückgangs waren auch die Raumordnungsverfahren und die Flurbereinigungen.

Der Apfelbaum sei von großer Bedeutung für den Menschen, die Tiere, die Insekten und die Pflanzenvielfalt. Biologin Birgit Ungar begleitete die Aktion wissenschaftlich und erinnerte, dass mit der Anlage einer Streuobstwiese mit alten Sorten die Artenvielfalt (Biodiversität) um ein vielfaches gesteigert und erhalten wird. Der Vorsitzende des Pomologenvereins Steffen Kahl führte die Pflanzungen mit seinen Helfern durch, stellte die Sorten vor und erinnerte, dass der Name Hartapfel auf die Härte des Holzes zurück zu führen ist. Die Apfelbäume wurden von der Naturlandstiftung Lahn-Dill und dem Pomologenverein gestiftet. Die Sparkassenstiftung beteiligte sich an den Ausgaben.

 

(v.l. Birgit Ungar, 1. Beigeordneter v. Hohenahr Edgar Rücker, Ulricke Künast von der Sparkassenstiftung, 1. Beigeordneter v. Lahn-Dill-Kreis Heinz Schreiber, Revierförster a. D. Horst Gundlach, Hohenahrer Bgm. Armin Frink, Horst Ryba, ehemaliger Vorsitzender Naturschutzverein Hohenahr Gustav Tröll und Steffen Kahl)

 

Michael Brück

Malwettbewerb zum Apfelmarkt 2017

„Tiere in Wald und Feld“ war das Motto des Malwettbewerbes zum Apfelmarkt in Wetzlar in diesem Jahr. Ausrichter, auch wie in den vergangenen Jahren, sind die Naturlandstiftung Lahn-Dill in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen und der Sparkasse Wetzlar. Die Prämierung der besten Bilder fand im voll besetzten Seminargebäude der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar, Friedenstraße 30, statt. Der Leiter der Akademie Albert Langsdorf, der Stiftungs-Vorsitzender Horst Ryba, Wetzlars Oberbürgermeister  a. D. Wolfram Dette, der 1. Kreisbegeordneter Heinz Schreiber, der Stadtrat und Umweltdezernent Norbert Kortlücke, sowie der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Wetzlar Norbert Spory begrüßten die Anwesenden und eröffneten gemeinsam die Veranstaltung. Die Jury hatte die schwierige aber schöne Aufgabe, die ausdruckvollsten Kunstwerke hauptsächlich mit Reh-, Hirsch-, Wildschwein-, Hase-, Dachs- und Fuchsmalereien auszusuchen. Bewertet wurde in verschiedenen Altersklassen. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wurden die Sieger nach den Altersklassen geehrt und im Anschluss Geschenke von hohen Vertretern der Stadt Wetzlar, der Naturschutz Akademie und der Sparkasse Wetzlar überreicht. Ein Ereignis das den jungen Künstlern und ihren Familien bestens in Erinnerung bleiben wird.

Michael Brück